Reisenotizen Pt. 2 – A Venezuelan Night Out

Kurzes Update von der Insel. Am Wochenende stand London auf dem Plan. Kollegen von mir wollten auf eine Geburtstagsfeier in die Stadt fahren. Mit den beiden hatte ich schon am Freitag das Zentrum von Milton Keynes (= Einkaufszentrum) erkundet. Sehr riesig und sehr modern, besonders das digitale Wegweiser-Interface, das an den Terminals die kürzeste Strecke zum Laden der Wahl anzeigt. Das wars dann aber auch schon. Mehr zu erzählen gibt es da vom ersten Besuch in Englands Hauptstadt. Wobei sie Samstagnacht für uns eher die Venezuelanisch-Deutsche Hauptstadt war.

Excuse me, where can I find the train to Bielefeld?

Gar nicht, denn Bielefeld existiert ja bekanntlich nicht. Allerdings ist auch der Zug nach London nicht so leicht zu finden. Virgin oder Midland, das ist die Frage. Der erste schnell und etwas teurer, der zweite gemütlich und billiger. In doubt, go for a virgin. Der hält nicht in jedem Dorf . Wenn man sich dann entschieden hat, gilt es den richtigen Schalter für den Kauf zu finden. Fragen kostet nicht, deshalb wende ich mich gleich an eine umstehende englische Lady. Denkste, die Antwort: „Sorri eim nott fromm hier, eim Dschörrmän“. Uh, das ist ein Bingo.

Ja, siehe da gleich Bekanntschaft mit einer Bielefelderin gemacht. Sie auch neu in Milton Ghost Town, warum dann nicht zu zweit umherirren. „Mobile“-Nummern sind ausgetauscht. Ein wenig Heimat in der Fremde schadet ja  nicht (Memo an mich selbst: Das Wort „Handy“ wird aus dem Wortschatz gestrichen).

¡Coño! ¡Mira qué pasó!

Der Zug geht ruckzuck, 30 Minuten. In London Euston angekommen dann gleich die die Prepaid-Tube Karte (Oystercard) geholt und ab Richtung London Temple Station. Dort treffe ich einen alten Freund aus München, der gerade in London seinen PhD macht. Wir ziehen zu zweit durch das London nördlich der Themse, ein bisschen abendliches Sightseeing, Piccadilly etc. von einem Pub zum Nächsten. Notiz: Kronenburg Bier im Pub ist gut trinkbar, besser als das Stella später im Club.

Irgendwann entscheiden wir uns mit meinen Kollegen in Camden zu feiern. Camden ist genial. So ein Viertel habe ich in noch keiner Stadt gesehen. Es erinnert mich ein wenig an die zu bunt geratene Version einer Western-Kulisse. Habe dort keine Fotos gemacht, aber für einen Eindruck siehe z.B.  hier. Der Club der Wahl heisst Proud Camden. Während der 45 Minuten Wartezeit vor der Tür lernen wir ein paar hyperaktive 17-Jährige kennen von denen einer stolz Deutsch lernt („I have an Uncle in Aachen“) und das auch ausgiebig üben möchte. In der Schlange ist kein Entkommen möglich.

Im Club selber ist für die 10 Pund Eintritt doch viel geboten, Live-Gig einer Folkpunkrock-Band und eine Artisten- und Feuershow. Und viel abwechslungsreiche Musik. Von den Liedern die laufen kennt man erstaunlich viele auch in Deutschland, Clubbing ist halt international. Naja, Sportfreunde Stiller habe ich nicht gehört. Die Freundin von meinem deutschen Kollegen kommt aus Venezuela, und heute hat ihre Freundin (auch aus Venezuela) Geburtstag. Habe an diesem Abend mein Spanisch verbessert, das heisst um ein paar Schimpfwörter erweitert. Konnten dann alle in Islington venezuelanesich übernachten.

What London can’t do.

U-Bahnen fahren ab 12 nicht mehr, dann gilt es den Bus zu nehmen. Das ist aber verständlicher als die Tatsache, dass unser Club schon um kurz nach 2  alle Gäste (und es waren viele) rausgeschmissen hat. Naja in London sollte man so früh wie möglich Weggehen. Ach und der Döner heisst Kebap und schmeckt nicht. Sollte nur bei akutem Verhungern gegessen werden, zumindest da wo wir waren.

Sonntag dann noch gemütliches Frühstück mit venezuelanischem Rührei und spanischen Geburtstagsliedern und dann gings am Nachmittag wieder zurück mit dem Zug nach Milton.

Die Situation mit dem Schotten im Bus musste ich jetzt leider auslassen. Und noch mehr. Anyways, einiges habe ich doch festhalten können.

PS: Habe jetzt eine UK-SIM Card (=Telefonnummer) bei Giff Gaff . Ist ein Mini Provider, den hier keiner kennt. Fürs erste Aufladen habe ich heute einen Drei-Meilen-Spaziergang gemacht. Dafür ist Internet bei GG kostenlos und der Rest recht billig.

Foto-Diaschau-Klappe die zweite:

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3 Gedanken zu “Reisenotizen Pt. 2 – A Venezuelan Night Out

  1. Hach da werd ich ja sooooo neidisch!!! Und natürlich ist Camden geil ;-) Sonst wär ich da letztes Jahr nicht drei Wochen gewesen! Wir hatten ja damals diese Touristen-SIM-Cards, ich glaub Lebara oder so, das war auch richtig billig, also insbesondere wenn man eben ins Ausland telefoniert hat war das ein Schnäppchen.
    Und warum Engländer so früh weggehen? Also man hat uns das so erklärt: Die haben unendliche weite Pendelstrecken, weil London halt so riesig ist und viele außerhalb wohnen (Hab jetzt leider die durschnittliche Pendelzeit vergessen, die war enorm). Deswegen gehen sie z.B. direkt nach der Arbeit in den Pub und fahren nicht erst nach Hause.

    Viele Grüße und natürlich viel Spaß noch!!!
    Tina

    1. Jaha, früh weggehen ist ja schön und gut. Nur früh schließen muss man dann ja nicht unbedingt. Wie auch immer, danke für die Infos, SIM Card hab ich jetzt halt schon ;-) Gruß, Philip

  2. HAch das mit dem weggehen ist hier genauso.. das „förefest“ (ordentlich vorglühen, dass man kaum mehr gehen kann) startet um 4, ab 8 gehts in Club und um 2 gehts nach Hause zum „efterfest“ (ordentlich nachglühen, denn in den 6 Stunden im Club trinkt man höchstens 1-2 Bier).. Viva la Sverige ;)

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