„Wii bitte?“ – Interfaces mit Zukunft

Die Spielekonsole Wii von Nintendo kommt gut an. Wenige Monate nach Produktstart hat sie die Konkurrenten XBox 360 und PS3 in den Verkaufszahlen überholt und ist derzeit in allem Läden ausverkauft. Dies liegt auch und vielleicht vor allem an der neuartigen Bedienung. Während die Konkurrenz noch mit Standard-Gamepads bedient wird, sorgt die Nintendo Wii mit 3-dimensionaler Bewegungserfassung für Furore.

Dass die Wii noch mehr zu bieten hat, als nur unterhaltsame Konsolenspiele, zeigte Bastler Johnny Chung Lee vor einigen Wochen. Auf seiner Internetseite und bei YouTube präsentierte er Videos, die zeigen, welche ungeahnten Möglichkeiten die neuen Controller der Wii haben. Die sogenannte „Wiimote“ lässt sich per Bluetooth mit einem PC verbinden und mit Hilfe der eingebauten Infrarotkamera lassen sich Bewegungen von Infrarot-Lichtpunkten aufzeichnen und am PC darstellen. Dadurch ist es beispielsweise möglich, mit einem Infrarotstift seinen Computerbildschirm in einen Touchscreen zu verwandeln. – zumindest bei Chung Lee. Ob das auch technische Laien können, haben wir diese Woche im Selbstversuch ausprobiert.

Anstoß für den Versuch gab für uns (Patrick Bauer und mich) der Fakt, dass wir letzten Dienstag einen Vortrag zum Thema „User Interfaces“ im Seminar „interaktive Medientechnologien“ an der Universität Augsburg halten sollten. Eine Aufzeichnung des Vortrags findet sich hier. Dabei haben wir dann nach einem kurzen Abriss der Geschichte von User-Interfaces (Maus /Tastatur /CLI /GUI etc.) u.a. neue Devices wie das iPhone oder die Wii vorgestellt . Zusätzlich haben wir uns Material besorgt, um die Infrarotstifte von Lee nachzubauen. Nach anfänglichen Verbindungs- und Elektronikschwierigkeiten hat das Ganze dann auch gut funktioniert.

Infrarot Stifte
Abb.1: IR-Pens selbst gemacht _______Abb.2: Zeichnen in MS Paint

Vor allem beim Vortrag selber ist uns aufgefallen, dass man sehr viel Zeit in die Ausrichtung der Wiimote investieren sollte. Nur bei ordentlicher Kalibration eignen sich die IR-Stifte wirklich zur Navigation. Das war für unseren Vortrag leider nicht möglich, weshalb auch die Zeichnungen in MS Paint eher rudimentär ausfielen (Abb.3)

Beim Bau der IR-Pens sollte man darauf achten, dass die verwendeten IR-Dioden eine starke Streuung des Lichts erlauben. Das war bei unseren nur nur bedingt der Fall. Wir mussten somit das IR-Licht direkt in die Wii-Kamera richten, um angemessene Ergebnisse zu erzielen. Da man den Stift dann „falsch herum“ hält, geht hierbei deutlich Präzision verloren.

Was bei unserem Vortrag gut funktionierte, war die Navigation mit zwei IR-Stiften in der von Lee bereit gestellten „Grid“-Software. Hier konnte ich in das Gitternetz durch ensprechende Handbewegungen hinein- oder auch herauszoomen (Abb. 3) Damit hat man schon fast eine LowTech-Version des tangiblen Interfaces von Jeff Han (Video), im Prinzip mit dem einzigen Unterschied, dass man Infrarotstifte zur Navigation verwenden muss.


Abb.3: N
avigation Grid-Programm _Abb.4: Versuchsaufbau

Wer Minority Report oder das Interface von Han gesehen hat, bekommt einen Eindruck, in welche Richtung die Bedienung von Computern in Zukunft wohl gehen wird. Auch das iPhone mit seiner intuitiven Benutzeroberfläche ist hier ein Vorreiter. Es bleibt abzuwarten, wie lang sich Maus und Tastatur als die Standard-Interfaces halten werden.

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